Trotzphase mit Humor

Die Welt Entdecken, Alf und Ulf im Wald
Die Welt Entdecken und täglich neues Erleben

Habt ihr auch das Gefühl, dass die Trotzphasen von Jahr zu Jahr mehr werden? Aus den kleinen süßen Babys sind nun wilde Kleinkinder geworden und das mit allen ihren süßen Tücken. Besonders ab 3 Jahren habe ich das Gefühl täglich mit einer mini oder riesigen Trotzphase konfrontiert zu sein.

Ulfs erste Trotzphase durfte ich in der Kinderklinik erleben. Er war 2 Jahre alt und wir betraten den Flur der Klinik. Aus dem nichts (für mich) schmiss Ulf sich auf den Boden schrie los und schlug mit Händen und Füßen auf den Boden. Bis zu diesem Moment habe ich nicht gedacht, dass ich ein Kind hab, dass sich auf den Boden schmeißt. Mein erstes Gefühl war Stolz (Yeah mein Kleiner wird groß), danach überkam mich Glück. Ja richtig gelesen GLÜCK! Denn Juppie ich bin nur mit Ulf hier, die doppelte Trotzphase wäre in der Klinik echt hart geworden (habt ihr schon mal zwei zappelnde und schreiende Kleinkinder unter den Armen gehabt, Nein? Dann fragt mal eine Zwillingsmama ;-)) . Danach schulterte ich links meine Handtasche und schnappte mir den zappelnden Ulf unter den rechten Arm (leider lag er mitten im Weg) und wir gingen bis zur Anmeldung der Chirurgie (3 Etagen tiefer, durch Gänge und mit dem Aufzug bis ans andere Ende der Klinik). Ich musste einfach grinsen, denn ich war soooo unendlich glücklich nur ein Kind mit einem Trotzanfall unter dem Arm zu haben. Die anderen Mütter schauten mich alle sehr verwirrt an. Ich denke schmunzelnd an diesen Moment zurück. Die Trotzphase endetet jedoch Gefühlte Stunden später,na ja es war nur eine halbe Stunde. An der Anmeldung stellte ich das noch immer schreiende Kind ab (das schlagen und zappeln hatte aufgehört). Jedoch schreiten die Krankenschwester und ich uns jetzt auch an, da wir keine Möglichkeit hatten uns zu verstehen. Nach der Anmeldung packte ich mein noch immer schreiendes Kind wieder fest unter den Arm und wir nahmen im Wartezimmer Platz bzw. Ulf blieb schreiend neben mir stehen. Dann geschah ein Wunder, in dem Moment, als wir bei der Ärztin rein kamen war er still und ließ sich wie ein vorzeige Kind untersuchen. Ich fand es so spannend. Klar man könnte auch sagen es war peinlich aber jeder der Kinder in diesem Alter hat und hatte weiß, was da gerade los ist und dafür sollte sich keine Mama schämen müssen.

Der Lichtblick für Mama´s/Papa´s Nerven ist, dass diese „Zeit“ nur ca. 2 Jahre geht und das von 2-4 Jahren. Generell ist diese Phase ein “traumhaftes“ Zeichen. Sie zeigt uns, dass die Kleinen sich in großen Schritten weiter entwickeln. Ihre Persönlichkeit wird jeden Tag ein Stück weiter aufgebaut das  „Ich (selbst)“ entsteht. Ein großer Schritt in der Identitätsentwicklung.

Alf und Ulf werden Selbstständiger, Sicherer (in ihrem Handeln), sie lernen sich durchzusetzen und testen ihre Grenzen aus, sie entwickeln ihren eigenen Willen, sie lernen Konflikte auszuhalten und erkennen das diese zum Leben dazu gehören ohne das sich ihre Bezugspersonen für immer von Ihnen abwenden. Ein sehr wichtiger Baustein für die Zukunft wird gesetzt.

Wow, was da in den kleinen Gehirnen so abgeht. Ulf sagt sehr oft „Mama ich kann das“ und Alf „Ich mach das alleine“. Faszinierend zu beobachten mit welch einer Überzeugung und Perfektion sie die Aufgaben ausführen und der Stolz, wenn es gelingt, einfach Traumhaft aber wenn es mal nicht so klappt…????…die Antwort kennt jede Mama, denn ab hier ist unsere Geduld und Zuspruch gefragt. In diesen Momenten erkennen unsere Kinder immer wieder aufs Neue (leider sehr oft am Tag), dass sie noch viel abhängiger sind als sie es sein möchten und viele Dinge die sie tun möchten noch gar nicht können!

Da kann doch jeder verstehen, dass in diesem Moment die Gefühle Achterbahn fahren. Ich wäre genauso frustriert nur muss man auch lernen mit Frustrationen umzugehen. Gerade der Schritt durch Frust motiviert zu werden oder es zu bleiben finde ich, ist für die Zukunft ein sehr wichtiger Baustein und diesen legen wir Mama´s / Papa´s schon in frühen Jahren mit. z.B. wenn wir eine Trotzphase ungerecht bestrafen etc. Natürlich handeln wir Mama´s / Papa´s niemals perfekt aber wenn wir unser Bestes (mit viel Liebe) geben ist es 100% besser als nichts.  Ein tolles Buch über diese Zeit finden wir im Trias Verlag mit dem Titel „Trotzphase“.

Ich finde diese Zeit unwahrscheinlich Klasse und sehr spannend aber leider auch anstrengend, besonders an Tagen, an denen die Beiden dazu noch Streiten. Erst mit mir, dann miteinander und zu guter Letzt mit unsere „armen“ Emma, die es jedoch richtig macht, sie verlässt völlig genervt den Raum kommt aber auch wieder. Faszinierend wie ein Tier die Situation spürt. Eigentlich sollte ich mir ein Beispiel an ihr nehmen und ruhig den Raum verlassen aber jede Zwillings-Mama kennt diese Momente. Den Raum verlassen mit zwei sehr einfallsreichen Jungs, bringt eher eine Mama „Trotzphase“ außerdem sollen die Beiden ja auch lernen, dass ein Konflikt auch etwas Gutes hat und sie deshalb niemand im Stich lässt. Wenn ich so darüber nachdenke haben viele Erwachsene das leider nie gelernt.

Am besten probiert ihr viele Möglichkeiten aus, den kleinen Wahnsinn sanft zu beenden, so dass jeder Glücklich ist. Ich weiß, in der Realität sieht es oft anders aus. Unsere Kinder sind ja auch keine Roboter, die jedes Mal gleich reagieren und wir Mama´s / Papa´s sind ebenfalls keine Roboter. Ja, auch wir Mama´s / Papa´s haben mal schlechte Tage. Ob ihr es glaubt oder nicht! Darüber schreibt übrigens Nathalie Klüver mit dem passenden Titel „Die Kunst keine perfekte Mutter zu sein“ aus dem Trias Verlag.

Es gibt Momente in denen man am liebsten wie seine Kinder um sich schlagen möchte und was soll ich sagen, ja das ist natürlich. Die Betonung liegt hier jedoch auf den kleinen Wörtchen „am liebsten“.  Der  „Gute Rat“ einfach bis 10 zu zählen, tief durchzuatmen oder etwas anderes schönes zu denken klingt so einfach aber die Ausführung fällt oft sehr schwer.

Doch was soll man machen? Wie geht man mit einer Trotzphase richtig um? Gibt es eigentlich ein Richtig? Ich finde hier entscheiden der Moment und das Temperament der Kinder. Ignorieren und mit dem Alltag weiter machen? Für Ablenkung sorgen um den Moment nicht eskalieren lassen? Ein festes in den Arm nehmen und einfach nur halten? Den Störenfried aus der Situation zu nehmen und wie man früher so schön sagte „auf die Stille Treppe“ zu setzen? Ich finde hier passt das Sprichwort „viele Wege führen nach Rom“ und man sollte besonders als Zwillings-Mama seinen persönlichen Weg finden. Die doppelte Trotzphase ist schon ganz hart aber einer der wichtigsten Meilensteine und komplett verhindern kann man diese eh nicht. Jedoch sind Kinder die viel mit entscheiden dürfen, die mit ins Familienleben integriert werden, auch Aufgaben und Regeln bekommen, die viel Zeit mit Mama/Papa in dieser Phase verbringen können und die vor allem auch mithelfen dürfen (auch wenn das für Mama/Papa schon mal eine Portion mehr Sauerei bedeutet) weniger Frustriert und oft viel Selbstständiger als Kinder die diese Möglichkeiten alle nicht haben.

Denkt immer daran, Humor und Entspannung führen eure Nerven zum Glück. Lächelt, habt Spaß und kommt es hart, sucht den positiven Moment in der Situation und ich bin mir sicher, ihr werdet diesen finden und wird es zu hart, dann gönnt euch eine Auszeit mit Hilfe von eurem Partner, der Großeltern, Tanten oder einem Babysitter. Ein paar Stunden raus aus der „Kinderwelt“ wirken schon wunder und machen euch nicht zu einer schlechteren Mama/ Papa. Falls eure Süßen einen Mittagsschlaf machen dann nutzt diesen für eine schöne Meditation mit der ihr neue Kraft tankt. Meinen Tipp dazu findet ihr unter den Berichten „Kurze Auszeit und neue Kraft schöpfen“.

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