Stehauf Queen Interview mit Nicole Staudinger

Selfi vor dem Tourauto von Nicole Staudinger
Selfi vor dem Tourauto von Nicole Staudinger

*Werbung- zum Wochenende gibt es ein tolles Interview mit Nicole Staudinger auf deren Lesung ich am 12.09. in Olpe war.

„Wir sind gegen die meisten Schicksalsschläge machtlos aber was wir daraus machen haben wir selbst in der Hand. „

Nicole Staudinger nennt sich selber die Stehauf Queen. Sie hat gelernt, dass man aufstehen lernen kann und dass ausgerechnet an Heiligabend als ihr Mann mit einer Kündigung nach Hause kam. Sie nahmen sich eine halbe Stunde Zeit grinsten sich an und sagten „ ist es was Lebensbedrohliches?“ Nee! Also verbrachten Sie ein schönes Weihnachtsfest und weiter ging es. Sie ist Autorin, Trainerin und Botschafterin für Pink Ribbon Deutschland.

Sie beschreibt in ihrem Buch schlimme Schicksalsschläge, die ihr Leben und das Leben anderer verändert haben. Darüber hinaus präsentiert sie keine Tipps, sondern zeigt die Lösung der betreffenden Person. Jedoch nicht als Anleitung wie man es richtig macht, sondern als Möglichkeit wie man wieder „aufsteht“. Wenn wir jeder Situation die Chance geben etwas Gutes zu geben, dann kommt auch aus jeder Situation etwas Gutes heraus. Der Glaube versetzt Berge. Die Steh auf Queen ist im Droemer Knaur Verlag erschienen.

Die Lesung in Olpe war ein wahrer Genuss für die Sinne. Es wurde zugeschaut, zugehört, gelacht und gesungen. Ein reiner Abend für die Seele.

Es freut mich sehr, dass Twins-and-more ein kleines Interview mit Nicole führen durfte.

 

Hallo Nicole, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.

Zu Beginn eine allgemeine Frage:

Wie gehst du mit Menschen in deinem Umfeld um, die dich belasten statt stärken aber denen du nicht ausweichen kannst? (Neider, Lehrer, andere Eltern, Familienmitgliedern etc. ) Welchen Rat kannst du uns geben?

Ich habe solche Menschen nicht (mehr) in meinem Umfeld. Ich bin da echt rigoros, was aber auch daran liegt, dass meine Familie immer hinter mir steht. Hier gab und gibt es keine Neider. Mittlerweile weiß ich, dass das Leben ein ewiges Kommen und Gehen ist und man nichts halten kann. Meine echten, wahren Freunde habe ich schon seit Jahren. Aber das sind wirklich wenige.

Da die Hauptleser meines Blogs Mama´s sind, steht hier eine Frage im Raum. Wie hast du deine Krankheit deinen (damals) noch kleinen Kindern erklärt?

Das war nicht einfach. Mit dem Großen, er war damals fast sechs, habe ich versucht zu reden. Die Krankheit kindgerecht zu erklären und die Details auszulassen. Mir war hier auch Authentizität wichtig. Das die Kinder wissen, dass ich nicht wegen Ihnen „schlecht drauf“ bin. Mit dem Kleinen war es schwieriger. Er war zwei Jahre bei der Diagnose und ich dachte, er bekommt nicht viel mit. Da hatte ich mich getäuscht, wie sich Jahre später rausstellte. Darüber habe ich in der „Steh Auf Queen“ ein Kapitel geschrieben. Für mich das Schwierigste im ganzen Buch…

Hast du einen Tipp wie betroffene Mütter diesen Schicksalsschlag mit positiven Worten ihren Kindern erklären können?

Erst einmal würde ich abwarten, bis ich die Sache selber halbwegs positiv einordnen kann, denn man kann den Kleinen doch eh nichts vormachen. Und dann sieht man vielleicht auch schnell das „Gute“. Wie zum Beispiel, dass es behandelbar ist, dass wir diese Behandlung bekommen können, dass wir eine Chance haben, dass wir als Familie das schaffen können….

Hattest du Angst vor der Reaktion deiner Kinder?

Ich hatte Angst vor dem Gespräch, Ja. Man will seinen Kindern nicht zumuten, dass sie sich so klein mit der Sterblichkeit der Mama beschäftigen müssen. Das zerreißt mich auch heute noch.

Hattest du in dieser Zeit Unterstützung von deiner Familie (Oma´s, Tanten…) oder nur deinem Mann?

Meine Eltern waren die ganze Zeit (auch heute noch) „Gewehr bei Fuß“ und gute Freunde, sowie Erzieher der Kinder.

Du sagtest in einem Interview, dass du nun lieber mit deinen Kindern spielst, statt den Haushalt zu schmeißen. Hast du nun eine Putzfrau? Denn ganz ohne putzen geht es ja leider auch nicht 😉

Ja, ich habe eine Haushaltshilfe. Das ist gut investiertes Geld!

Was hat sich bei dir Grundlegend durch deine Krankheit und den großen Erfolg deiner Bücher geändert (in Bezug auf):

  • Erziehung deiner Kinder?

Ich verlasse mich noch mehr auf mein Bauchgefühl. Meine Kinder wachsen fast analog auf. Wir haben kein Netflix, keine Computer Konsole und mein Großer hat nur ein Notfallhandy. Das ist ungewöhnlich für da 21. Jahrhundert aber sehr entspannend. Wir spielen viele Brettspiele und sind viel in der Natur. Dadurch, dass ich gut 1/3 des Jahres weg bin, ist mir die Zeit, in der ich da bin, sehr wichtig.

  • Wertschätzung deiner Kinder?

Meine Kinder sind meine Zauberwesen. Das wusste ich von Anfang an und das musste auch keine Krankheit gerade rücken. Aber das auch die Gesundheit der Kinder ein wackeliges, nicht berechenbares Gut ist, das mussten wir gerade erst (wieder) neulich lernen.

  • Im Alltag mit deinen Kindern?

Der ist tatsächlich tiefen entspannt und weitestgehend ungeplant. Die Jungs haben einmal die Woche Sport und Musikunterricht findet in der Schule statt. Den Rest spielen sie draußen, was immer sie mögen.

Herzlichen Dank Nicole für die Beantwortung der vielen Fragen und den tollen Abend in Olpe.

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