Ein Himmel für Polly

#werbung

Mama, wo ist Polly? Die ist im Himmel ihr Süßen. Wann kommt sie uns Besuchen?

Überall in unserer Wohnung findet man Bilder unserer verstorbenen Hündin Polly. Sie ging von uns, als Alf und Ulf gerade 1 Jahr alt waren. Beide können sich an Polly nicht bewusst erinnern aber sie ist auf vielen Babyfotos der Beiden dabei und damit entstehen auch die Fragen;  „wer ist Polly“ ; „warum ist sie gestorben?“ ; „ wo ist Polly?“;  und „wieso ist sie im Himmel?“.

Der Tod, wie erklärt man diesen Kindern am besten? Schon früh wollten Alf und Ulf wissen, wo unsere Hündin Polly denn nun sei und was sie im Himmel macht. Wie es da aussieht und warum sie uns nie besuchen kommt oder warum wir sie nicht besuchen können. Es gibt doch Flugzeuge und Raketen mit denen wir in den Himmel fliegen können.

Als vor kurzem meine Tante starb, sagten die Beiden, jetzt ist sie bei Polly und kann mit Polly spielen, jetzt geht’s ihr gut. Polly passt auf sie auf.  Ohne Trauer und Kummer sagten Beide das mit voller Überzeugung. Diese kindliche Leichtigkeit ist faszinierend.

Es wird gesagt, Kinder trauern „anders“ und ja, dass stimmt.  Kinder trauern anders und je jünger die Kinder sind umso „leichter“. Mit leichter meine ich, dass es noch kein richtiges „Ende“ gibt. Hier fehlt noch das genaue Verständnis dafür, was gerade passiert. Jedoch haben Sie auch ganz andere Fragen, wo der jenige denn ist. Was passiert und warum die Person sie nicht mehr besuchen kann. Das vermissen von Menschen existiert schon und das ist der Moment, der die Zwerge traurig macht.

Je Älter Kinder werden umso neugierig werden diese und umso mehr Fragen sie.  Alf und Ulf wollen die Welt um sich nun viel stärker verstehen und bei allem dabei sein.

Wenn ich über den Tod und meine eigene Kindheit nachdenke erinnere ich mich an den Tod meines Lieblings-Onkels. Als ich 4 Jahre alt war verstarb er. Ich habe wunderschöne Erinnerungen an diesen Mann und konnte es nicht verstehen, warum alle zu seiner Beerdigung durften nur ich nicht. Aus heutiger Sicht kann ich es sehr gut verstehen. Meine Mama wollte mich nur beschützen. Beschützen vor der Trauer, den vielen Emotionen und einem „Ablauf“ bei dem man sich als Mama nicht vorstellen kann, dass man das alles als 4 Jährige überhaupt versteht. Meine Mama hat mir dann erzählt, dass ich wütend, sauer und sehr vorwurfsvoll ihr gegenüber war. Ich wollte mich persönlich von meinem Onkel verabschieden. Ich wollte an seinem Grab sein und ihm Lebewohl sagen. Diese Vorwürfe muss ich ihr Jahrelang gemacht haben. Selber habe ich an die Vorwürfe keine Erinnerung mehr ich weiß nur, dass er auf einmal Tod war und das ohne sich von mir zu verabschieden. Ein Mensch, der mir als Kind sehr viel bedeutet hat. Daher halte ich es für sehr wichtig, seine Kinder zu Fragen und sehr offen und vor allem ehrlich mit ihnen zu reden und auch die Angst vor dem nicht wissen zu nehmen. Sich Zeit für seine Kinder nehmen und Geduldig alle Fragen beantworten (was wir nicht nur in Trauermomenten machen sollten). 10

z.B. die Kinder Fragen, ob sie mit auf die Beerdigung möchten und sich selber verabschieden. Natürlich muss man hier als Mama/Papa selber stark sein und mit Geborgenheit und Sicherheit an ihrer  Seite stehen. Viele Fragen beantworten und am Besten vor der Beerdigung schon einige klären. Wenn möglich vielleicht schon das Grab „besuchen“ und z.B. ein Geschenk dem verstorbenen mitbringen. Ob es ein Brief ist, etwas selbstgebasteltes,  eine Feder die die Seele wie bei den Indianern davon trägt, ein Foto oder irgendetwas, dass das Kind dem verstorbenen schenken möchte. Genau für solche Rituale sollte Zeit sein. Es sind wichtige und prägende Momente in der Kindheit und sollten niemals unterschätzt werden. Es gibt ein schönes Sprichwort „Euer Alltag ist unsere Kindheit“ und diese sollte so schön wie Möglich gestaltet werden und selbst in Trauerphasen, denn auch die Kleinsten tragen den Seelenschmerz mit sich.

Es gibt mittlerweile einige Bücher übers Trauern und den Abschied. Das für mich perfekte Buch konnte ich leider noch nicht finden aber ich musste es zum Glück auch noch nicht. Ich wünsche mir von Herzen, dass die wichtigen Menschen im Leben unserer Kinder noch lange an ihrer bzw. an unserer Seite bleiben.

Folgende Bücher kann ich euch empfehlen:

Pattloch Verlag:  Ich hab dich im Herzen

Ein „Mitmach-Trauerbuch“. Bei diesem Buch handelt es sich um ein Erinnerungsbuch mit konkreten Anregungen und Fragen zum selber ausfüllen/ausmalen (z.B. wie war die Beerdigung, was hat man gemeinsam erlebt…). Die kleine Maus (eine super süße Illustration) nimmt unsere Kinder (oder Erwachsene) an die Hand und begleitet diese durch die nun sehr schwere Zeit. Es ist ein Buch, dass ab 6 Jahren empfohlen wird. Es bietet viel Platz zum schreiben, malen oder aufkleben von Erinnerungen. Selber finde ich nicht alle Anregungen optimal aber ich finde auch, dass in dem Moment der Trauer es sehr schwer ist, für sich das passende Buch zu finden. Jedem gehen eigene Emotionen und Gedanken durch den Kopf.

Coppenrath Verlag: Ein Himmel für Oma.

Diese süß illustrierte Bilderbuch und Vorlese-Geschichte beginnt mit dem Tod von Omas Vogel. Hier erklärt Oma,  was der Tod bedeutet und was mit dem kleinen Vogel gerade passiert ist. Darüber hinaus wird weiter der  Tod der Oma erzählt und soll Eltern und Erziehern helfen, Kindern dieses oft heikle Thema näher zu bringen. Ebenfalls finden wir Tipps zum Thema Abschied nehmen und Trauerbewältigung für uns Eltern auf den letzten Seiten. Ob dieses Buch in eure Trauerarbeit passt, müsst ihr selber ausprobieren, denn wie ich schon oben gesagt hab, ist das Thema trauern und Trauerbewältigung ein sehr komplexes und jedes Kind reagiert anders in dieser Situation.

Wichtig finde ich bei eurer Buchauswahl, dass ihr eines verwendet, dass zu euch passt und mit dem ihr euch identifizieren könnt, denn auf euch kommen die Fragen der Kleinen und diese sollte man gut beantworten können.

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